ANTRAGSLOSE ARBEITNEHMERVERANLAGUNG AB 1. JULI 2017

Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, welche bis 30.6.2017 keine Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2016 vorgenommen haben, werden in der zweiten Jahreshälfte 2017 unter bestimmten Voraussetzungen vom Finanzamt antragslos veranlagt.

 

Die mit dem StRefG 2015/16 eingeführte Bestimmung der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung soll den Verwaltungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger minimieren und ihnen eine ohne Antragstellung verlorene Steuergutschrift bringen.

 

Eine antragslose Arbeitnehmerveranlagung kann unter folgenden Voraussetzungen erfolgen:

bis Ende Juni 2017 wurden von der oder dem Steuerpflichtigen keine Arbeitnehmerveranlagung für 2016 eingereicht,
• aus der Aktenlage ist zu entnehmen, dass nur lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezogen werden,
• die Veranlagung führt zu einer Steuergutschrift,
• aufgrund der Aktenlage ist nicht mehr anzunehmen, dass auch noch Werbungskosten, von der automatischen Datenübermittlung nicht erfasste Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder sonstige Frei- bzw. Absetzbeträge geltend gemacht werden.

 

Die oder der Steuerpflichtige erlangt von der automatischen Arbeitnehmerveranlagung dadurch Kenntnis, dass die Finanzverwaltung in der zweiten Jahreshälfte 2017 an all jene Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern ein Schreiben versendet, welche für eine Steuergutschrift in Betracht kommen. Dieses Schreiben beinhaltet die der Finanzverwaltung bekannten Kontodaten und ersucht um Überprüfung und gegebenenfalls Aktualisierung. Die Steuergutschrift wird anschließend auf dem Konto gutgeschrieben und es wird automatisch ein Bescheid zugestellt.

 

Sollte dem Finanzamt kein Konto bekannt sein, kann mit dem Schreiben ein Konto bekanntgegeben werden. Es kann jedoch auch auf die antragslose Arbeitnehmerveranlagung verzichtet werden, da z.B. noch andere Abzugsposten, wie etwa Werbungskosten, mit der Steuererklärung geltend gemacht werden. Spätestens nach Ablauf von zwei Jahren nach dem Veranlagungszeitraum erfolgt, sofern noch keine Steuerveranlagung erfolgt ist, im Falle einer Steuergutschrift immer eine antragslose Arbeitnehmerveranlagung. Für das Jahr 2016 nimmt die Finanzverwaltung bei einer Steuergutschrift daher ab dem 1.1.2019 eine Arbeitnehmerveranlagung von Amts wegen vor.

 

Keine Änderung ergeben sich durch die antragslose Arbeitnehmerveranlagung für die Frist der Abgabe einer Arbeitnehmerveranlagung. Die oder der Steuerpflichtige kann weiterhin innerhalb von fünf Jahren durch die Einbringung einer Steuerklärung (Arbeitnehmerveranlagung) für das betreffende Jahr die antragslose Arbeitnehmerveranlagung aufheben. Es können daher weiterhin Werbungskosten, von der automatischen Datenübermittlung nicht erfasste Sonderausgaben, etc. berücksichtigt werden.

 

Steuerpflichtige, die mit dem Bescheid aus der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung nicht einverstanden sind, können innerhalb der fünfjährigen Frist eine Steuererklärung abgeben und dadurch einen neuen Bescheid erwirken. Die grundsätzliche einmonatige Beschwerdefrist für Bescheide kommt auf Bescheide aus der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung nicht zur Anwendung.

 

Sollten Sie Fragen zur antragslosen Arbeitnehmerveranlagung haben oder Unterstützung bei der Arbeitnehmerveranlagung benötigen, helfen wir Ihnen gerne!