WIE IST DAS MIT DEN FERIALPRAKTIKANTEN 2017?

In den bevorstehenden Sommermonaten beschäftigen Unternehmer gerne Ferialpraktikanten. Bei den verschiedenen Beschäftigungsformen gibt es aber Unterschiede, die arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen haben.

 

Ferialarbeitnehmer

 

Ferialarbeitnehmer sind Schüler oder Studenten, die sich in den Sommermonaten etwas dazuverdienen wollen. Sie stehen in einem echten Dienstverhältnis und unterliegen den arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Sie haben Anspruch auf aliquote Sonderzahlungen und eine Urlaubsersatzleistung. In der Regel wird mit Ferialarbeitnehmern ein befristetes oder unbefristetes Dienstverhältnis geschlossen, auch die Vereinbarung einer Probezeit ist möglich. Wie „normale“ Dienstnehmer sind Ferialarbeitnehmer fristgerecht bei der Sozialversicherung anzumelden. Weiters sind Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge und alle anderen üblichen Lohnnebenkosten zu entrichten.

 

Echte Ferialpraktikanten und Volontäre

 

Ein echter Ferialpraktikant ist ein Schüler oder Student, der im Rahmen seines Lehrplanes bzw. der Studienordnung ein vorgeschriebenes Praktikum absolviert, wobei er dabei keiner Arbeitspflicht unterliegt und auch nicht an Arbeitszeiten oder Weisungen des Betriebes gebunden ist. Ist im Lehrplan kein Praktikum vorgesehen und absolviert der Schüler oder Student das Praktikum somit freiwillig, spricht man von einem Volontär.

 

Echte Ferialpraktikanten und Volontäre erhalten in der Regel keine Entlohnung. Eine Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse ist in diesem Fall nicht erforderlich, unabhängig davon sind solche Praktikanten während ihrer Tätigkeit im Rahmen der Schüler- und Studentenversicherung aber trotzdem unfallversichert. Volontäre sind bei der AUVA zur Unfallversicherung zu melden.

 

Bekommt der Praktikant ein Taschengeld, das die Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70/Monat) nicht übersteigt, ist er als geringfügig Beschäftigter anzumelden, es fallen Unfallversicherungsbeiträge in Höhe von 1,3 % an. Bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze ist er je nach Tätigkeit als Angestellter oder Arbeiter in der Sozialversicherung anzumelden und die vollen SV Beiträge sind abzuführen. Aus lohnsteuerlicher Sicht ist für den Praktikanten/Volontär bei Bezug eines Taschengeldes ein Lohnkonto zu führen und ein Lohnzettel auszustellen, wobei in der Regel auf Grund der Geringfügigkeit des Taschengeldes keine Lohnsteuer anfallen wird. Das Taschengeld ist jedoch in der Regel auch bei den Lohnnebenkosten (KommSt, DB, DZ) zu berücksichtigen.

 

Vorsicht Ausnahmen

 

Für Ferialpraktikanten in der Hotellerie und Gastronomie enthält der Kollektivvertrag eine Sonderregelung: diese Ferialpraktikanten werden als Arbeitnehmer gesehen und haben einen Entgeltanspruch in Höhe der Lehrlingsentschädigung für das dem Schuljahr entsprechende Lehrjahr. Sie werden daher so behandelt wie Ferialarbeitnehmer (siehe oben). Ausnahmen bestehen auch für Praktikanten, die in einer Ausbildung im Bereich Krankenpflege und medizinisch-technischen Fachdienst stehen.

 

Zuverdienst der Kinder und Familienbeihilfe

 

Das Einkommen eines Kindes ist bis zu jenem Jahr irrelevant, in dem es das 19. Lebensjahr vollendet, ohne dass Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag gefährdet sind. Erzielt ein Kind, ab dem Kalenderjahr, in dem es das 20. Lebensjahr vollendet, eigene Einkünfte, so darf das zu versteuernde Gesamteinkommen den Betrag von € 10.000 pro Jahr nicht übersteigen.

 

Geld zurück vom Finanzamt

 

Der Nettoverdienst aus einem Ferialjob lässt sich in aller Regel noch durch eine Arbeitnehmerveranlagung optimieren: die auf Monatsbasis einbehaltene Lohnsteuer wird im Zuge der Jahresberechnung in aller Regel zur Gänze rückerstattet. Eine Arbeitnehmerveranlagung ist daher sehr zu empfehlen.